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VideoVortrag: Was bedeutet Peak Oil? (Öffentliches Forum)

verfasst von Norbert Homepage, Dresden, 28.06.2010, 11:56

» Hört endlich auf, auf ökonomen zu hören. Sie wollen nur geld
» verdienen.

Ah, und Biologen leben von den Krebsen, die sie untersuchen, Landwirte essen nur ihre eigenen Kartoffeln und Ingenieure futtern Baupläne. Geldverdienen ist nur was von Ökonomen und deshalb haben die auch immer Unrecht. So ungefähr?

» Warum sind die größten ölvorkommen stehts an den rändern der
» Kontinentalplatten?
» Warum sprudeln manche ölfelder seit 70 Jahren?
» Wie kommt öl 8 km unter den Meeresgrund?
»
» Kritische Fragen! sucht die antworten!

Ja, feine Fragen. Kritisches Denken und Hinterfragen mag ich sehr.

Doch die Hauptfrage, die mir obige Fragen zu suggerieren scheinen ist die Frage nach der "Abiotischen Theorie", nach der Erdöl nicht biologischen, sondern mineralischen Ursprungs ist. Aus dieser Theorie heraus läßt sich schließen, daß Erdöl sich ständig neu bildet, nicht nur einmalig in der Erdgeschichte in zwei Warmphasen, sondern ständig. Und diese theoretische Neubildung wäre dann angeblich die Grundlage dafür, daß wir um uns Peak Oil keine Gedanken machen müssen. Das ist aber sehr kurz gedacht und nicht besonders kritisch hinterfragt...

Denn: Nur mal angenommen, die abiotische Theorie stimmt, bedeutet dies, daß Erdöl ewig in jeder Geschwindigkeit förderbar wäre? Wohl kaum! Egal wie sich Erdöl bildet, es hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine begrenzte "Bildungsgeschwindigkeit". Damit ist auch die Fördergeschwindigkeit begrenzt, mit der unsere Spezies das schwarze Gold aus der Erde holen kann. Und das bedeutet wiederum, daß es einen PEAK gibt, einen Höhepunkt in der Förderung, der nicht überschritten werden kann.

Und hier beginnt die Frage, die eben insbesondere Ökonomen interessieren sollte: Wie abhängig ist unsere Wirtschaft vom Erdöl? Wie reagieren die Preise des Rohstoffs, wenn sich die Fördergeschwindigkeit nicht mehr steigern läßt? Wie müssen Wirtschaft und Gesellschaft organisiert werden, wenn sich herausstellt (was ich für sehr wahrscheinlich halte), daß Öl sich nicht ansatzweise mit der Geschwindigkeit von 85 Millionen Barrel pro Tag (aktueller Verbrauch) oder gar mit 120 Millionen Barrel pro Tag (mittelfristig prognostizierter Verbrauch) bildet?

Und deshalb ist die abiotische Theorie ziemlich nutzlos genau wie die Frage nach den Rändern der Kontinentalplatten oder einzelnen Feldern, aus denen seit laaaanger Zeit gefördert wird. Wichtiger wird angesichts eines potentiellen Mißverhältnisses zwischen Förder- und Verbrauchsgeschwindigkeit die Frage nach der Neuorganisation unserer Wirtschaft. Allerdings ist es wahr: Um Wirtschaftsfragen kümmern sich normalerweise Ökonomen...

Norbert Rost

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